Eine Soziologie des Nicht-Weltuntergangs – Wie man den Weltuntergang vorhersagt und den Irrtum übersteht

Eine Anleitung für Weltuntergangspropheten von Alexander Engemann (erscheint Ende Mai in unserer neuen sozusagen-Ausgabe zum Thema „Krisen und Katastrophen“)

„Ich habe mich vertan…“ (Helge Schneider)

Weltuntergangsprophet Martin Luther

Weltuntergangsprophezeiungen scheitern bislang mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit. Zuletzt ist es am 21. Dezember 2012 mal wieder nichts mit der Apokalypse gewesen, der eine oder die andere wird von dem Nicht-Ereignis etwas mitbekommen haben. Solche offensichtlichen Irrtümer ändern jedoch nichts daran, dass immer wieder aufs Neue Versuche unternommen werden, Apokalypsen vorauszusagen. Schaut man in die „Chronik der (verpassten) Weltuntergänge“, staunt man über die reiche Tradition gescheiterter Untergangsprophezeiungen: Ganze 119 Fälle werden dort dokumentiert und die Liste ist längst nicht vollständig. Zudem sind dort lediglich konkrete Prophezeiungen mit Datum berücksichtigt (mindestens mit Jahreszahl). Allein der Reformator Martin Luther soll drei Mal den Weltuntergang angekündigt haben und die Zeugen Jehovas sind als Institution in der Disziplin „Irren bei Weltuntergangsterminen“ rekordverdächtig.

Da drängt sich die erste grundlegende Frage auf, die man klären muss, wenn man sich den praktischen Grundlagen der Apokalypsenpropheterie zuwenden möchte: Wie kann man nach einer über zweitausend Jahre langen Chronik von Irrtümern in Sachen Weltuntergang immer noch Menschen vom baldigen Ende überzeugen?

Die banalste Antwort vorweg: Viele Menschen wollen ganz einfach an das Ende der Welt glauben, besonders dann, wenn man ihnen verspricht, dass hinterher alles besser wird (sofern sie denn zu den „Auserwählten“ zählen). Wissenschaftler sprechen von der Faszination der Apokalypse, denn diese „verspricht nicht eine bloße Verbesserung der Verhältnisse, sondern eine radikale Verwandlung der Wirklichkeit. Sie verspricht Erlösung durch Vernichtung der alten, unvollkommenen und verdorbenen Welt“ (Vondung 2008: 177). Aber eine bloße Faszination ist natürlich nur der Anfang. Solche apokalyptischen Prophezeiungen ordnen auch die Welt und helfen, sie zu deuten. Und zwar auf ihre ganz eigene Art und Weise: als „religiöse Krisenrethorik“ (vgl. Nagel et al. 2008). Sie sprechen vom Anfang und natürlich insbesondere vom Ende, teilen die Welt in Gut und Böse und stellen gut etablierte Möglichkeiten dar, Krisen und Katastrophen Sinn zu geben. Selbst im vermeintlich säkularen Deutschland kann man ungenutztes Potenzial vermuten: Apocalypse sells! Der Weltuntergangsfilm „2012“ von Roland Emmerich spielte weltweit in nur vier Tagen sein Budget wieder ein und Bücher mit entsprechenden apokalyptischen Themen verkaufen sich ebenfalls bestens.

Wie gründet man einen Weltuntergangskult?

Doch die Apokalypse fasziniert die Menschen nicht nur als fiktiver Stoff. Es gibt religiöse und esoterische Gruppen, die wirklich an das nahe Ende der Welt glauben und immer wieder vergeblich versuchen, dieses Ende vorherzusagen. Was überrascht: Nicht wenige dieser religiösen Gruppen sind nach dem Scheitern ihrer Prophezeiungen – trotz aller Enttäuschung – sogar noch aktiver und überzeugter von ihrem Glauben als vorher (für einen Überblick vgl. Dawson 1999). Wie funktioniert das? Wie lässt sich eine Apokalypse vorhersagen, ohne dass man bei Nichteintreten als Prophet hinterher ans Kreuz genagelt wird und die Gruppe sofort auseinanderbricht?

Die Frage stellt sich insbesondere dann, wenn man konkret plant, Prophet oder Prophetin zu werden und eine eigene kleine Weltuntergangsgruppe zu gründen. Warum man das tun sollte? Es lohnt sich! Folgt man einem leidenschaftlichen Plädoyer in der ZEIT – „Werden sie Guru!“ – sind „erstklassige Berufsaussichten“ zu erwarten (Straßmann 1998). Religiöse Gruppen sind zudem „minimalistische Organisationen“ – das heißt, sie lassen sich ohne großes Startkapital gründen und auch in Krisenzeiten erhalten, da sie hervorragend auf die Ressourcen ihrer Mitglieder zurückgreifen können (vgl. Anderson 2008). Aber so einfach ist das natürlich nicht; es gibt einiges zu berücksichtigen. Es ist im Falle eines entsprechenden Vorhabens daher empfehlenswert, den Hinweisen auf den nächsten Seiten zu folgen.

Science Fiction

Zwar kein Weltuntergangsprophet aber ein Vorbild: Science-Fiction Autor und Scientology Gründer L. Ron Hubbard 1950

Das Fundament: Die Weltuntergangsstory

Erfolgreiche Propheten sind in der Regel gute Geschichtenerzähler. Man braucht eine Geschichte, die über die kommende Apokalypse informiert, überzeugend ist und sich nicht ohne weiteres widerlegen lässt. Kernelement einer solchen Geschichte ist die düstere Gegenwartsdiagnose: Die Welt ist schlecht und alle Zeichen stehen auf Untergang. Dabei darf man nicht vergessen, seine Anhänger mit zahlreichen Deutungsmustern zu versorgen, mittels derer in möglichst vielen Ereignissen „eindeutige“ Zeichen für die Endzeit erkannt werden können.

Das ist nicht so schwer: Katastrophen und andere schlimme Ereignisse gibt es genug in der Welt und dass der Mensch schlecht ist, wissen wir doch ohnehin alle. Die Realität bietet eine hervorragende Plausibilisierungsgrundlage für Dystopien und Weltuntergangsphantasien. Optimal ist es natürlich, wenn es in der unmittelbaren Erfahrungswelt der Anhänger Katastrophen gab, die zu verarbeiten sind, denn wie bereits erwähnt, können apokalyptische Erzählungen auch als Sinngeber bei Krisen und Katastrophen dienen.

Dies, verpackt in dogmatischer Form, mit einer klaren gut/böse Differenz und einer apokalyptischen Ästhetik (Vondung 2008: 187), bildet die ideologische Grundlage für eine solche Gruppe. Anregungen gibt es zahlreiche in der reichhaltigen apokalyptischen Literaturtradition, sodass man gar nicht erst die Bibel aufschlagen muss. Ein Blick in das alte Buch lohnt jedoch sehr, denn vertraute Muster ziehen immer. Falls man Evangelikale oder die Zeugen Jehovas jedoch nicht unter seinen Anhängern sehen möchte, sollte man das mit der Bibel und diesem Gott da eher bleiben lassen und sich stattdessen einen neuen Gott, eine fetzige Außerirdischen-Story oder etwas anderes ausdenken. Literarisches Talent ist dabei von Vorteil: Der Scientology-Gründer L. Ron Hubbard war auch fleißiger Romanautor und kann als ausdrückliches Vorbild dienen.

Vorsichtige und phantasielose Untergangspropheten begnügen sich mit der Ankündigung eines „großen Ereignisses“ und verzichten z.B. auf die konkrete Ausarbeitung des da Kommenden. Besser ist hingegen ein „Wechselspiel von vagen und eindeutigen Aussagen“ (Krech 2008: 223, vgl. auch Dawson 1999: 73). Einerseits muss man konkret genug werden, um Spannung zu erzeugen und um Aufmerksamkeit der Anhänger zu fokussieren (konkrete Untergangstermine sind hier sehr effektiv). Andererseits muss man vage genug sein, um sich später aus der Affäre ziehen zu können und um dem Entstehen gravierender kognitiver Dissonanzen vorzubeugen. Eine Herausforderung, die Geschick verlangt. Aber sie gelingt, wie man sieht, immer wieder.

Schließlich spielen bei der Weltuntergansgeschichte auch die Quellen eine wichtige Rolle, aus der man seine Prophezeiungen zieht. Ob es Eingebung ist, die Erscheinung eines göttlichen Boten, Signale aus dem Weltall, die Deutung einer alten Schrift, automatisches Schreiben: Die Deutungshoheit über diese Quellen ist entscheidend! Wer sich diese streitig machen lässt, gefährdet seine Autorität.

Die richtigen Mitglieder rekrutieren

Die Rekrutierung der richtigen Anhänger ist eine ebenso zentrale Aufgabe wie das Erfinden einer knackigen Weltuntergangsgeschichte. Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis ist unabdingbar, sonst wird es unter den neuen Anhängern schnell langweilig. Und ein unverkrampfter Umgang mit Sexualität kann zudem ein zusätzlicher Mitgliedschaftsanreiz sein.

Personen mit eigener Familie, gutem Job und vielen Freunden in erreichbarer Nähe sind die damit verbundenen Mühen meist nicht wert, es sei denn, man hat ein begnadetes Charisma und Erfahrungen als Handyverkäufer, dann erreicht man ohnehin alles. Unabhängig von der Zielgruppe, die man ansprechen will, sind daher sozial Ausgegrenzte empfehlenswert oder neu in die Stadt Gezogene. Also: Solche die aus welchen Gründen auch immer in kein stabiles soziales Netzwerk eingebunden sind, sich fremd fühlen und/oder diskriminiert werden. Das hat viele Vorteile. Einerseits sind die Verwandten und Freunde, die einem die Anhänger streitig machen, dann ein kleineres Problem. Andererseits sind Weltuntergangsgeschichten für solche Menschen oft besonders plausibel und das Versprechen der Erlösung am Weltuntergangstermin zusätzlich attraktiv. Bedenken sollte man jedoch immer, dass man es mit diesen Typen auch über einen längeren Zeitraum aushalten muss. WG-Erfahrungen können ein hilfreiches Mitgliedskriterium sein.

Isolation, Hohe Beitrittskosten und bindende Handlungen

Wo wir schon beim Punkt WG-Erfahrung sind: Nützlich ist die Isolation der Mitglieder einer solchen Gruppe. Kontakte zu Nicht-Mitgliedern sollten unterbunden werden oder nur unter Aufsicht/in Gemeinschaft stattfinden. Das verstärkt den Graben zwischen der Gruppe und der Außenwelt und kommt den eventuellen Kontrollabsichten gelegen. Prima, wenn auch mit etwas Aufwand verbunden, klappt das im Kontext von Weltuntergängen mit selbstgebauten Bunkern. Doch auch abgelegene Häuser eignen sich, um die Sekte nicht nur ideologisch von der Außenwelt abzuschotten, sondern auch räumlich. Mobiltelefone sind natürlich tabu – Technik ist ein Werk des Teufels – ebenso wie Fernsehen, Internet und Radio. Allenfalls findet sich letzteres im Gemach des Propheten, sodass dieser Nachrichten aus der Außenwelt erfinden bzw. selektiv weitergeben kann, was äußerst praktisch ist. Auf diese Weise kann man sogar eine Zeit lang den Untergang der Zivilisation vorgaukeln.

Um Trittbrettfahrer auszusieben und eine Unterwanderung seiner Sekte durch wissbegierige Soziologen zu vermeiden, sollte man zudem einige Vorkehrungen treffen. Effektiv sind hohe Beitritts-Kosten und kostspielige Initialisierungsriten. Gleichzeitig helfen solche Mechanismen, eine starke Gemeinschaft mit hohen Kollektivgütern aufzubauen und Mitglieder zu binden (Iannaccone 1994). Wer viel investiert, gibt seinen Glauben auch nicht so schnell auf. Am besten bringt man seine Anhänger und Anhängerinnen zu radikalen, besonders endgültigen Handlungen im Namen des Glaubens. Ein Beispiel guter Praxis ist der UFO-Kult um die Amerikanerin Dorothy Martin (vgl. dazu Festinger 1956): Sie brachte ihre Anhänger dazu, ihren Besitz, ihr bisheriges Privatleben sowie ihre Jobs aufzugeben und man zog sich in der Überzeugung zurück, trotz befürchteter Sintflut, rechtzeitig von einem UFO gerettet zu werden. Zwar hat das die Unterwanderung durch Feldforscher nicht verhindert, doch führten diese endgültigen Handlungen zu einer hohen Bindung der Anhänger an die Gruppe und zu Enttäuschungsresistenz. Womit wir beim nächsten Thema wären.

Die Krise der nicht erfüllten Prophezeiung – wie man sich darauf vorbereitet und damit umgeht

Dürer Apolakyptische Reiter (Ausschnitt)

Ausschnit aus der biblischen Apokalypse, gemalt von Albrecht Dürer (die apokalyptischen Reiter)

Ein entscheidender Punkt wurde bisher nur angedeutet: Was tun, wenn die Welt – Überraschung! – doch nicht untergeht? Wie mit der Krise umgehen, die nun eintritt? Die schlechte Nachricht: Es ist damit zu rechnen, dass in der nächsten Zeit einige die Gruppe enttäuscht verlassen werden. Die gute Nachricht: Viele Gruppen überstehen trotz allem gescheiterte Prophezeiungen für eine beachtliche Zeit, meistens bleibt mindestens ein harter Kern übrig, der sich enttäuschungsresistent erweist. So kommt Dawson in einer Metastudie zu dem Ergebnis, dass von dreizehn untersuchten Gruppen ganze zwölf mindestens für eine Zeit lang weiterbestanden und fünf davon sogar „ziemlich gut“ darin waren, den Glauben trotz gescheiterter Prophezeiung zu wahren (Dawson 1999).

Die interessanteste konkrete Umgangsweise von Gruppen mit der Enttäuschung ist die, dass die Anhänger zu missionieren beginnen bzw. diese Tätigkeiten intensivieren. Dies gilt in der Psychologie als Kompensationsstrategie, klingt komisch, passiert aber gar nicht so selten. Aus dieser Beobachtung im bereits erwähnten Fall des UFO-Kultes um Dorothy Martin ist das klassische psychologische Konzept der „kognitiven Dissonanz“ entstanden (Festinger 1956). Aber es gibt viel grundlegendere Strategien. Viel erreicht man schon durch gegenseitige soziale Unterstützung und Bekräftigung, dass man im richtigen Team spielt. Man sollte am Weltuntergangsdatum also eng zusammenrücken, am besten eine der Ideologie angemessene, rituell gerahmte Situation etablieren und die Anhänger mit ihren Zweifeln nicht alleine lassen. Enttäuschungen lassen sich schließlich am besten in der Gruppe verarbeiten und abweichende Meinungen („man hat uns betrogen“) lassen sich so am besten unterdrücken.

Die Rationalisierung einer gescheiterten Prophezeiung

In solchen ritualisierten, unterstützendenden Kontexten lassen sich dann hervorragend Rationalisierungen implementieren. In der konkreten Situation, in der das erwartete Ereignis nicht eintritt, zählt das Rationalisieren, Reinterpretieren bis hin zum Abstreiten des Scheiterns der Prophezeiung. Dass die Weltuntergangsgeschichte alternative Interpretationsmöglichkeiten zulässt bzw. vage ist, wird nun entscheidend. Die Initiative dazu muss nicht einmal vom Anführer selbst kommen – oft suchen die Anhänger selbst nach Erklärungen. Unterscheiden kann man diverse Strategien (Dawson 1999: 64ff):

Die Spiritualisierung. Die Logik der Spiritualisierung eines Ereignisses ist: Es hat stattgefunden, nur auf einer anderen, eben spirituellen Ebene. Die Vagheit einer Prophezeiung ist besonders für diese Methode grundlegend, denn Spiritualisierung funktioniert schlecht, wenn man das Ereignis ganz konkret vorhergesagt hat. Man kann ja z.B. das Ende der Welt „wie wir sie kennen“ vorhersagen und dann spüren, dass sich etwas grundlegend geändert hat oder eine wichtige Entscheidung im Himmel etc. gefällt wurde.

Der Glaubenstest ist eine weitere, sehr beliebte Rationalisierung: „Das war ein Test unseres Glaubens!“ oder: „Unsere Gebete wurden erhört!“. Die Welt ist zwar nicht untergegangen, aber es ist immerhin das Verdienst der Gruppe. Halleluja!

Besonders beliebt: Der Verweis auf menschliche Fehler, ob in den Berechnungen, im richtigen Deuten der Zeichen, im Interpretieren der göttlichen Botschaften ist eine weitere naheliegende Strategie. Man kann den Weltuntergang dann einfach verschieben. Praktisch: So kann man seine Anhänger noch ein wenig behalten und hat noch einmal Glück gehabt. Jeder hat schließlich eine zweite (und dritte) Chance verdient, oder nicht?

Statt den Fehler bei sich selbst zu suchen, kann man auch einfach seine Anhänger der moralischen Unangemessenheit schuldig sprechen und diesen z.B. vorwerfen, nicht bereit gewesen zu sein. Das funktioniert gut, wenn man in seiner Weltuntergangsgeschichte auf den Messias oder andere Erlöser wartet, denn dieser kann ja jederzeit umentscheiden und den Weltuntergang verschieben – bis seine Anhänger so weit sind. In esoterischen Kreisen können auch negative Emotionen einen weltweiten Bewusstseinswandel im Wege stehen oder zu geringe kognitive Signale verhindern, dass Außerirdische die Erde finden, die Auserwählten retten und den Planeten zerstören. Falls man nicht die eigenen Anhänger beschuldigen möchte, kann man sich natürlich wahlweise auch andere, externe Sündenböcke für diesen Spaß aussuchen.

Panik: Wie sich helfen, wenn nichts hilft?

Irrer apokalyptischer Reiter

Lässt bislang auf sich warten: Irrer apokalyptischer Reiter (gemalt von Albrecht Dürer).

Eine nicht empfehlenswerte Option im Umgang mit einer sich andeutenden Krise ist der (kollektive) Selbstmord, die „letale Apokalypse“ als Selbsterlösung (Krech 2008). Das kommt zwar vor, wie in den berüchtigten Fällen des Heavens Gate-Kultes oder der Bewegung für die Wiedereinsetzung der Zehn Gebote Gottes, ist aber als Notfallplan ziemlich perfide.

Da es aber in Gruppen und ihrer eigentümlichen Dynamik trotz allem mitunter wirklich ungemütlich werden kann und der Unmut der Anhänger möglich ist, kann es für den Notfall ratsam sein, einen Plan B zu haben. Eine kleine versteckte Hütte im Wald, zum Beispiel – oder eine zweite Identität.

Doch wenn man sich gut vorbereitet hat und sich hinterher entschuldigt oder eine Erklärung liefert, sollte es gar nicht erst dazu kommen. Selbst der amerikanische Radioprediger Harold Camping („The bible guarantees it!“), der mindestens drei Mal den Weltuntergang vorhergesagt hat und jedes Mal gescheitert ist, ist nach wie vor unter den Lebenden. Obwohl er seinen Anhängern mehrere Millionen Dollar aus den Taschen gezogen hat. So macht man das!

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Bilder (in Reihenfolge): 1. Martin Luther , gemalt von Lucas Cranach der Ältere, (gemeinfrei, überarbeitet von Alexander Engemann (cc)); 2. L. Ron Hubbard, Publikation: Los Angeles Daily News (public domain); 3. Ausschnitt aus: Albrecht Dürer: „Die vier apokalyptischen Reiter“ (gemeinfrei); 4. Ausschnitt aus: Albrecht Dürer: „Die vier apokalyptischen Reiter“ (gemeinfrei).

Literatur:

Anderson, Shawna, L.; Martinez, Jessica Hamar; Hoegeman, Catherine; Adler, Gary and Chaves, Mark (2008): Dearly Departed: How Often Do Congregations Close? Journal for the Scientific Study of Religion, Vol. 47, Issue 2, S. 321-328.

Dawson, Lorne L. (1999): When Prophecy Fails and Faith Persists, in: Nova Religio: The Journal of Alternative and Emergent Religions, Vol. 3, No. 1., S. 60-82.

Festinger, Leon; Riecken, Henry W./Schlachter, Stanley (1956): When Prophecy Fails. A Social and Psychological Study of a Modern Group that Predicted the Destruction of the World, New York.

Iannaccone, Lawrence R. (1994): Why Strict Churches Are Strong, in: American Journal of Sociology, Vol. 99, No. 5, S. 1180-1211.

Krech, Volkhard (2008): Wer glaub wird Selig? Enttäuschungsresistenz und letale Apokalypse, in: Nagel, Alexander K.; Schipper, Bernd U.; Weymann, Ansgar (Hrsg.): Apokalypse. Zur Soziologie und Geschichte religiöser Krisenrhetorik, Frankfurt/M, S. 217-236.

Nagel, Alexander K.; Schipper, Bernd U.; Weymann, Ansgar (2008) (Hrsg): Apokalypse. Zur Soziologie und Geschichte religiöser Krisenrhetorik, Frankfurt/M.

Straßmann, Burkhard (1998): Werden sie Guru! Eine Geschäftsidee, in: Die ZEIT, vom 23. Januar 1998.

Vondung, Klaus (2008): Die Faszination der Apokalypse, in: Nagel, Alexander K.; Schipper, Bernd U.; Weymann, Ansgar (Hrsg.): Apokalypse. Zur Soziologie und Geschichte religiöser Krisenrhetorik, Frankfurt/M, 177-196.

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