Die Frauenquote und das Peter-Prinzip

Kroko-Chef: Ausschnitt aus dem verlinkten Video

Von den Gegnern (und Gegnerinnen!) der Frauenquote wird ja oftmals das Argument gebracht, dass Organisationen selbst entscheiden können müssen, wer wann auf welche Stelle befördert wird, da dürfe der Staat nicht eingreifen. Die Prämisse dieses Argumentes ist, dass Personalentscheidungen eigentlich rational ablaufen, dass also gute und sinnvolle Entscheidungen im Sinne der Organisation getroffen werden, und daran sei ja jeder interessiert, der in Deutschland weiterhin starke Unternehmen, zuverlässige Verwaltungen, etc. wolle.

Dass die Prämisse der Rationalität von Beförderungen (gerade in höheren Hierarchieebenen!) bezweifelt werden darf, zeigt ausdrücklich dieses schöne Soziologie-Lehrvideo zum „Peter-Prinzip“, welches man einfach gesehen haben muss:

Jeder Beschäftigte wird also so lange befördert, bis er seine „Stufe der Unfähigkeit“ („level of incompetence“) erreicht. Schöne These. Scheint sich ja gerade auch beim Verfassungsschutz zu bestätigen, den will man laut dem „Postillion“ künftig von einer Horde Schimpansen führen lassen, denn: „Diese würden Experten zufolge bessere Arbeit bei geringen Kosten leisten.“

Das Peter-Prinzip kann man also immer dann in guter Stammtischmanier einwerfen, wenn jemand von einem zu hohen Maß an Rationalität bei Personalentscheidungen ausgeht. Wie bei der Debatte um die Frauenquote. Natürlich: auch Frauen können ja genau so bis zu ihrer Stufe der Unfähigkeit befördert werden und sind in der These natürlich mitgedacht. Aber mal als fixe Überlegung: vielleicht führen die umfangreichen Frauenbeförderungswellen ja durch ein Unterlaufen der bisherigen Beförderungslogik sogar dazu, dass eine nicht unerhebliche Zahl an Mitarbeiterinnen dadurch erst auf die Stufe ihrer Fähigkeit befördert werden? Oder dazu, dass bestimmte Mitarbeiter nicht bis zu ihrer Stufe der Unfähigkeit befördert werden können, weil entsprechende Stellen qua Frauenquote blockiert sind?

Klingt, zugegeben, nur mittelmäßig überzeugend. Wer jedenfalls mehr über das Peter-Prinzip lernen will, aber nicht in Leselaune ist, der kann sich auch noch den Podcast des Sonntagssoziologen dazu anhören. Ich bin mir jedoch nicht so sicher, ob das Peter-Prinzip für seriöse organisationssoziologische Hausarbeiten zitierbar ist 😉

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