Kugelschreiber und Eigentumsrecht – wem gehören die eigentlich, die Kugelschreiber?

Wir müssen über Kugelschreiber reden.

Ich war sehr froh, gestern in einem lesenswerten Blogbeitrag von Stefan Schulz auf sozialtheoristen.de darin bestätigt zu werden, dass noch nicht alles gesagt ist zu Urheberdebatte & Co. In der Tat, ist es nicht!

Was mich besonders verwundert ist, dass die Debatte so diszipliniert beim Thema bleibt: es geht weitestgehend um künstlerische Werke, insbesondere um Musik und Filme. Klar, um alles eben, was irgendwie einen oder mehrere kreative Urheber hat und digitalisiert verbreitet werden kann.

Dabei neigen gesellschaftliche Debatten doch eigentlich dazu, sich zunächst auch ganz entlegener Dinge zu bemächtigen. Wie schwarze Löcher saugen Diskurse etliche Fremdkörper in sich ein und stellen für solche, die auch gern mal was loswerden möchten, prima Gelegenheiten dar, auf ihre Punkte aufmerksam zu machen.

Diese Tradition möchte ich fortsetzen: es geht um Kugelschreiber.

Mal ehrlich: Man sollte das Eigentumsrecht an Kugelschreibern abschaffen. Ersatzlos! Das ist doch alles eine Farce. Kugelschreiber wechseln ihre Nutzer wie Geldscheine ihre Besitzer, nur dass sich Kugelschreiber in der Moderne natürlich weniger als Tauschmittel eigenen. Auch wenn an einigen Orten natürlich ein hoher Kugelschreiberverschleiß zu beobachten ist und lokale Knappheit entstehen kann. Zum Beispiel im Büroalltag: man gibt den Kugelschreiber aus der Hand, um jemanden etwas unterschreiben zu lassen – zack, weg ist er! Aber so ist das Leben.

Jaja – Irgendwann wurde jeder Kugelschreiber einmal produziert und vertrieben, das heißt: irgendjemand hat Kapital in eine Kugelschreiberfabrik investiert, ein paar haben in dieser Fabrik fleißig gearbeitet, wieder andere haben Geld bezahlt, um einen oder gleich mehrere dieser wunderschönen Kugelschreiber zu erwerben. Rechtlich gesehen eine klare Sache, die Kugelschreiber gehören einer bestimmten Person oder Organisation.

Aber wen interessiert’s? Mit den Kugelschreibern ist es doch so wie mit der Musik im weltweiten Netz: beides befindet sich in einem ständigen Fluss, der die Kategorie „Urheber/Besitzer“ nicht kennt. Die Verbreitungslogik und die Zirkulierungsdynamik von Kugelschreibern mögen wissenschaftlich definierbaren Gesetzen unterliegen, das Eigentumsrecht gehört nicht dazu (interessantes Abschlussarbeitsthema by the way!?).

Zeit, dass wir in unserem Verständnis von Kugelschreibern und Eigentumsrecht endlich in der Realität ankommen! Dann müssten irrsinnige Debatten wie „Wem gehören die Kugelschreiber?“ nicht mehr geführt werden.

Vielleicht wäre das ja auch ein Thema für die Piraten? 😉

PS: mein 4-Farben Kugelschreiber in edlem Metallicdesign ist von diesem Plädoyer ausgenommen!

Bild: theonion.com

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3 Antworten zu Kugelschreiber und Eigentumsrecht – wem gehören die eigentlich, die Kugelschreiber?

  1. kybernetiks schreibt:

    die Piraten treibens immer bunter – neuerdings mit 4-Farbenkugelschreibern, die nicht dazu gehören s/wollen

    • sozusagenblog schreibt:

      ich möchte betonen, dass ich nichts mit den Piraten am Hut habe. Aber danke für den Hinweis, das könnte evtl. missverstanden werden, wenn man es nicht als Satire liest.

  2. kybernetiks schreibt:

    hmmm .. richtige Satire wird nie als Satire gelesen

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