Fundstück: Soziologe Ulrich Beck, die „soziologisierende Riesenkartoffel“, im Titanic-Magazin…

Man hat es ja nicht einfach, so als Soziologe in der Öffentlichkeit. Armer Ulrich Beck. Kaum biedert man sich mit den Medien an, gerät man ins Visir des Titanic-Magazins. Zu Recht? Überzeugt euch selbst…

Im aktuellen Titanic-Heft, 4/2012: S. 6f

Ulrich Beck, Soziologe!

Als Wissenschaftshansdampf in allen Mediengassen steuerten Sie natürlich gern zur Zeit-Umfrage „Was sind uns die Griechen wert?“ bei: „Viele Deutsche handeln aus einerm Mißverständnis heraus. Sie verkennen, was Europa ist. Europa befindet sich nämlich, uum es auf eine profane Metapher zu bringen, im Zustand des Rühreis: Wer das Gelbe vom Weißen zu trennen versucht, scheitert. Erst die globale Finanzkrise, dann die Eurokrise bilden den Ereignistaifun, der in die Mitte der gesellschaftlichen Institutionen und des Alltags der Menschen eingebrochen ist, irregulär, nicht auf dem Boden der Verfassung und der Demokratie stehend, explosiv aufgeladen mit uneingestandenem Nichtwissen. Anzeichen dafür sind die abrupten Einbrüche in den Finanzkurven, die durch ihren Achterbahnkurs diese existentielle Interdependenz oder, um im Bild zu bleiben, diese Rührei-Existenz fühlbar werden lassen.“

Ereignistaifun, Achterbahnkurs und das innig geliebte Rührei: In Ihrem Oberstübchen ist wohl auch schon länger nichts voneinander getrennt worden. Oder sind Sie, Beck, als fühlende Rührei-Existenz bloß Humpty Dumpty, der zu oft von der Mauer gefallen ist?

Eieiei: Titanic

Hier auch noch was altes aus dem Titanic-Heftarchiv (8/2003).

Ulrich Beck und Asterix

Der Soziologieprofessor Ulrich Beck ist ein vielbeschäftigter Mann, der pausenlos Essays über die Theorie reflexiver Modernisierung und sachverwandte Forschungsgebiete absondert und daher wenig Zeit hat, die Quellen, die er zitiert, zu überprüfen. Sein Pech, daß ich etwas gemütlicher als er an alles herangehe. Erst jetzt habe ich das Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Nr. 1243 aus dem Jahre 1996 gähnend überflogen („Modernität und Barbarei“, hrsg. von Max Miller und Hans-Georg Soeffner). Darin verbreitet sich Prof. Beck über die „Konstruktion des Fremden in der reflexiven Moderne“ und zitiert neben Georg Simmel, Niklas Luhmann, Gottfried Benn und sich selbst auch einmal schelmisch Asterix: „›Ich habe nichts gegen Fremde. Meine besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremde da ist von hier‹, sagt Asterix.“ Laut Beck.
Und da hat der nervöse Professor nicht nur falsch zitiert, sondern das Zitat auch noch der falschen Figur zugeschrieben und obendrein die Pointe versaut. Es ist nicht Asterix, sondern der fremdenfeindliche Lustgreis Methusalix, der im Asterix-Band XXI beim Abwaschen zu seiner Frau sagt: „Du kennst mich doch, ich hab‘ nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da sind nicht von hier!“
Ich gönne dem Prof. Beck seine Karriere als soziologisierende Riesenkartoffel, denn es ist ja schön, daß es überhaupt noch Menschen gibt, die Geld in die Rentenkasse einzahlen können. Aber wenn einer sich als Wissenschaftler spreizt, obwohl er nicht einmal fähig ist, aus einer Sprechblase drei Sätze richtig abzuschreiben, werde ich spitzfindig und schwenke, Methusalix zu Ehren, drohend den Krückstock.

(Quelle)

Au Weia! Ich weiß schon, warum ich mein Abo beim endgültigen Satiremagazin habe. Aber mal ehrlich: es ist schon sehr traurig, wie sich die vermeintlich prominenten Soziologen teils in der Öffentlichkeit äußern. Da muss man sich über die Image-Probleme der Soziologie nicht wundern.

(Bild: BeckGroeberKleine)

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